Roland-Garros : „Botschafter Schwedens“

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Roland-Garros : „Botschafter Schwedens“

„Un Autre Regard“ von Philippe Delerm

Aus dem Mund eines Franzosen hat das Wort Schweden sehr oft einen positiven Beigeschmack. Die alte Fantasievorstellung der sexuellen Befreiung zählt nunmehr weniger als die Idee eines Sozialismus mit menschlichem Gesicht. Man darf jedoch die Rolle der Botschafter von Roland-Garros nicht herunterspielen. Mit Borg hat dieses Phänomen begonnen. Schüchtern, trotz seiner Vorherrschaft strikt im sportlichen Bereich - Ice-Borg war zu introvertiert, um aus den Haaren seines Spitzbärtchens eine wirkliche Leidenschaft herauszulocken. Aber zwei seiner Landsleute haben dies umso mehr getan. Mats Wilander und Stefan Edberg kamen abwechselnd auf den roten Platz, um das Beste einer Zivilisation der blonden Haare und blauen Augen zu verkörpern.Ganz Grand Seigneur, spielte der ganz junge Mats bei seinem ersten Auftritt in Paris im Halbfinale einen Match-Ball. Bei vielen Gelegenheiten ebenso großmütig, der schöne Stefan. Mit zwei ziemlich unterschiedlichen Temperamenten zwang Wilander allen Gegnern den unglaublichen Eigensinn seines Beinspiels auf. Weniger effizient bezüglich Ergebnis, aber viel glühender, der Angreifer Edberg, der am Netz seine Volleystops mit unvergleichlicher Eleganz, aber weniger entschlossen als auf einem schnellen Tennisplatz spielte; aber noch schöner, nicht auf seine verzweifelte Philosophie zu verzichten. Aber über ihre Erfolge und ihr Spiel hinaus haben Edberg und Wilander beim Turnier mit ihrer menschlichen Klasse geglänzt. Das war für das Tennis selbst wie ein Geheimnis und eine Aufmunterung: Bei aller Diskretion kann man alles sagen, ohne jemals zu übertreiben. Was für ein Glück, Mats und Stefan haben Schule gemacht. Porte d’Auteuil, ein Schweizer namens Roger Federer spricht heute schwedisch. - Philippe Delerm